
Family Offices in Deutschland, Österreich und der Schweiz verwalten Milliardenvermögen in Immobilien – oft mit einer Handvoll Mitarbeitenden, drei verschiedenen Excel-Dateien und einem Outlook-Kalender voller Mietvertragserinnerungen.
Das ist kein Einzelfall. Es ist der Standard.
Die gute Nachricht: Der Markt für spezialisierte Immobilien Asset Management Software hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Die schlechte Nachricht: Das Angebot ist unübersichtlich, und viele Lösungen passen entweder nicht zum Umfang eines Family Offices oder erfordern ein IT-Projekt, das ein Jahr dauert.
Dieser Beitrag vergleicht die wichtigsten Lösungen ehrlich – inklusive ihrer Schwächen – und zeigt, welche Software für welche Situation geeignet ist.
Ein Family Office, das 20 Gewerbe- und Wohnimmobilien in drei Bundesländern verwaltet, hat andere Anforderungen als ein institutioneller Investor mit 500 Einheiten. Und völlig andere als eine Hausverwaltung, die Betriebskostenabrechnungen erstellt.
Die typischen Schmerzpunkte sind bekannt:
Keine dieser Herausforderungen lässt sich mit einer allgemeinen Immobilienverwaltungssoftware lösen. Man braucht ein Werkzeug, das auf der Investoren- und Asset-Management-Ebene ansetzt – nicht auf der operativen Hausverwaltungsebene.
Excel ist keine schlechte Lösung – es ist die falsche Lösung für wachsende Portfolios. Es ist flexibel, vertraut und kostenlos. Es lässt sich beliebig anpassen.
Das Problem: Der gesamte Wissensstand des Portfolios hängt an einer Person und ihrer Datei. Wenn diese Person krank ist, den Job wechselt oder im Urlaub ist, bricht die Berichterstattung zusammen. Es gibt keinen Echtzeit-Überblick, keine automatischen Leerstandswarnungen und keine konsistente Datenhistorie.
Für wen geeignet: Portfolios mit bis zu 5…10 Immobilien und einem Eigentümer, der selbst verwaltet. Für alles darüber hinaus ist Excel eine Übergangslösung.
Diese Systeme sind in Deutschland weit verbreitet und werden von professionellen Hausverwaltungen genutzt. Sie sind stark in der operativen Verwaltung: Mietbuchhaltung, Betriebskostenabrechnung, Wartungsmanagement, Mieterkorrespondenz.
Was sie nicht leisten: die Investorenebene. Es gibt keine konsolidierten Portfolio-KPIs, kein NOI-Reporting auf Fondsebene, keine Multi-SPV-Ansicht und keine strukturierte ESG-Datenerfassung. Sie sind für Hausverwalter gebaut – nicht für den Asset Manager, der dem Family-Office-Principal Bericht erstattet.
Für wen geeignet: Operative Hausverwaltungen und Unternehmen mit starkem Fokus auf Buchhaltungsintegration und Mieterportale. Als Ergänzung zu einer Asset-Management-Plattform – nicht als Ersatz.
Yardi und MRI sind die Marktführer für große institutionelle Immobilieninvestoren mit mehreren hundert Einheiten und eigener IT-Abteilung. Sie können alles – und das ist das Problem.
Implementierungszeiten von sechs bis zwölf Monaten sind die Norm. Jährliche Lizenzkosten im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich. Ein externer Implementierungspartner ist Pflicht. Für ein Family Office mit drei Mitarbeitenden in der Immobilienabteilung ist das schlicht unverhältnismäßig.
Für wen geeignet: Institutionelle Investoren und Fonds mit mehr als 200 Einheiten, eigener IT und einem dedizierten Budget für Systemimplementierung.
Bison Box war ursprünglich das Flaggschiff-Produkt des deutschen Unternehmens Control IT und hatte sich im DACH-Markt einen Namen als spezialisierte Immobilien-Asset-Management-Plattform erarbeitet. Das Produkt war solide aufgebaut und sprach institutionelle Nutzer an, die einen strukturierten Ansatz für Portfolio- und Asset-Management suchten.
Seit der Übernahme durch Planon – einen niederländischen Konzern, der sich auf integriertes Arbeitsplatz- und Gebäudemanagement spezialisiert hat – hat sich der strategische Fokus verschoben. Planon bedient primär Corporate-Real-Estate-Teams und Facility-Management-Organisationen. Immobilien-Asset-Management im Sinne von Investoren- und Fondsreporting ist innerhalb des Planon-Portfolios eine von vielen Funktionen, nicht mehr der strategische Kern.
In der Praxis bedeutet das für Interessenten: Implementierungszeiten von mehreren Monaten, Projektkosten durch externe Implementierungspartner und ein Preismodell, das auf große Unternehmensorganisationen ausgerichtet ist. Für ein Family Office mit einem kleinen internen Team ist der Aufwand schwer zu rechtfertigen.
Für wen geeignet: Große Unternehmensorganisationen mit einem umfassenden Bedarf an integriertem Facility- und Arbeitsplatzmangement, die Immobilien-Asset-Management als einen Teilbereich eines größeren IWMS-Projekts abdecken möchten.
Diese Plattformen sind für Family Offices gebaut – aber für alle Anlageklassen gleichzeitig. Aktien, Private Equity, Anleihen und Immobilien werden auf derselben Plattform zusammengefasst.
Das klingt praktisch. Das Problem: Immobilien sind komplex. Eine Mieterliste mit laufenden Mietverträgen, variablen Staffelmieten, Leerstandsquoten und Nebenkostenpositionen lässt sich nicht sinnvoll in einem generischen Anlageklassen-Feld abbilden. NOI-Drill-Down, Leerstandswarnungen und Mietvertragslaufzeiten existieren in diesen Systemen nicht. Immobilien werden als ein Posten unter vielen behandelt.
Für wen geeignet: Family Offices, die eine konsolidierte Übersicht über alle Anlageklassen benötigen. Für die tiefe Analyse des Immobilienportfolios benötigen sie jedoch eine spezialisierte Ergänzung.
Assetti ist eine finnische PropTech-Plattform, die seit 2013 ausschließlich für Immobilieninvestoren und Asset Manager entwickelt wurde. Der Fokus liegt auf der Schicht zwischen operativer Hausverwaltung und institutionellen Enterprise-Systemen – genau der Bereich, in dem die meisten Family Offices heute im Excel feststecken.
Was die Plattform leistet:
Was Assetti nicht ist: eine Hausverwaltungssoftware. Mietbuchhaltung, Nebenkostenabrechnung und Mieterportale sind nicht der Fokus. Die Plattform ist für den Asset Manager und den Investor gebaut – nicht für den Hausverwalter.
Implementierung: Kunden sind in der Regel innerhalb weniger Tage produktiv. Kein externer Implementierungspartner erforderlich.
Für wen geeignet: Family Offices, Immobilienfonds und institutionelle Investoren mit 5–200 Objekten, die eine konsolidierte Investorensicht auf ihr Portfolio benötigen – ohne den Aufwand eines Enterprise-Systems.

Was ist Immobilien Asset Management Software?
Immobilien Asset Management Software ist ein digitales Werkzeug, das Investoren und Asset Managern ermöglicht, ihr Immobilienportfolio zentral zu verwalten. Im Gegensatz zu Hausverwaltungssoftware liegt der Fokus auf der Investorenebene: Rentroll, NOI-Reporting, Leerstandsüberwachung, ESG-Kennzahlen und Renditeanalyse – nicht auf operativen Aufgaben wie Mietbuchhaltung oder Nebenkostenabrechnung.
Was kostet Immobilien Asset Management Software für Family Offices?
Die Kosten variieren erheblich. Enterprise-Systeme wie Yardi beginnen im mittleren sechsstelligen Bereich jährlich, zuzüglich Implementierungskosten. Spezialisierte Plattformen wie Assetti liegen typischerweise im Bereich von 10.000–30.000 € Jahresgebühr, abhängig von Portfoliogröße und Funktionsumfang. Excel ist kostenlos, unterschätzt aber die versteckten Kosten in Form von Arbeitszeit und Fehleranfälligkeit.
Welche Software nutzen Family Offices für Immobilien in Deutschland?
Die Mehrheit der deutschen Family Offices nutzt noch immer Microsoft Excel als primäres Werkzeug, ergänzt durch Exporte aus DATEV oder den lokalen Hausverwaltungssystemen ihrer externen Verwalter. Zunehmend setzen Offices, die eine strukturiertere Investorensicht benötigen, auf spezialisierte Plattformen wie Assetti.
Wie unterscheidet sich Assetti von iX-Haus oder DOMUS?
iX-Haus und DOMUS sind für den Hausverwalter gebaut: Mietbuchhaltung, Betriebskostenabrechnung, Wartungsmanagement. Assetti ist für den Investor gebaut: konsolidierter Portfolio-Überblick, NOI-Reporting, Rentroll-Management, ESG-Daten. Beide Systeme adressieren unterschiedliche Schichten und können parallel betrieben werden – Assetti importiert Daten aus gängigen Hausverwaltungssystemen.
Kann Assetti DATEV-Daten importieren?
Ja. Assetti verfügt über eine offene API und unterstützt den Import von Finanzdaten aus DATEV sowie anderen verbreiteten ERP- und Buchhaltungssystemen. Daten können zudem jederzeit im Excel- oder CSV-Format importiert und exportiert werden.
Was ist aus Bison Box von Control IT geworden?
Bison Box war das Kernprodukt des deutschen Unternehmens Control IT und wurde im DACH-Markt als Immobilien-Asset-Management-Lösung für institutionelle Investoren eingesetzt. Nach der Übernahme durch Planon – einen niederländischen Anbieter von integriertem Workspace- und Facility-Management – ist das Produkt Teil eines breiteren IWMS-Portfolios geworden. Für Unternehmen, die primär an Immobilien-Asset-Management für Investoren interessiert sind, hat sich der strategische Fokus des Produkts verschoben. Implementierung und Lizenzkosten sind auf große Unternehmensorganisationen ausgerichtet.
Wie lange dauert die Implementierung von Assetti?
Typischerweise sind Kunden innerhalb weniger Tage produktiv. Es ist kein externer Implementierungspartner erforderlich. Das unterscheidet Assetti grundlegend von Enterprise-Systemen wie Yardi, SAP oder Planon, bei denen Implementierungsprojekte sechs bis zwölf Monate dauern können.
Welche ESG-Daten kann ich in Assetti erfassen?
Assetti ermöglicht die strukturierte Erfassung von Energieverbrauch (Strom, Wärme, Wasser) je Objekt, CO₂-Emissionen, Zertifizierungen (DGNB, BREEAM, LEED) sowie weiterer ESG-relevanter Kennzahlen. Die Daten können für interne Berichte und für die Kommunikation mit finanzierenden Banken genutzt werden.
Wenn Sie ein Family Office leiten oder darin arbeiten und sich fragen, ob Ihr aktuelles Setup – Excel, verstreute Exporte, manuelles Reporting – noch zeitgemäß ist: Ein 20-minütiges Gespräch reicht, um das zu beantworten.
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Assetti ist eine finnische PropTech-Plattform für Immobilieninvestoren und Asset Manager. Das Unternehmen wurde 2013 gegründet und betreut Kunden in sechs europäischen Ländern, darunter Raiffeisen Property International in Österreich und Stihl in Deutschland.